Koalition gegen Antisemitismus in Halle

Die „Koalition gegen Antisemitismus in Halle“ ist ein Zusammenschluss von Organisationen und Initiativen aus der Zivilgesellschaft der Stadt Halle (Saale), die sich gemeinsam gegen Antisemitismus engagieren. Dabei legen sie die Arbeitsdefinition Antisemitismus der IHRA zu Grunde. Gefördert und ermöglicht wird das Projekt durch die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ).

„The Violence We Have Witnessed Carries a Weight on Our Hearts“ – Weiterführende Informationen

Ausgewählte Berichterstattung über die Eröffnung

Zuhören und nicht schweigen. Audio-Installation im Künstlerhaus 188 in Halle erinnert an Opfer rechten Terrors in Deutschland seit 1979 (Katja Pausch/ Mitteldeutsche Zeitung, 08.10.21)

Kunst-Projekt einer Überlebenden des Anschlags von Halle: Die Stimmen starker Opfer (Daniel George/ MDR Sachsen-Anhalt, 08.10.21)

Zweiter Jahrestag des Halle-Attentats am 9. Oktober (Anh Tran/ Deutschlandfunk, 09.10.21)

 

Gedenkinitiativen von und mit Betroffenen

Mehr über die Stimmen aus der Ausstellung, ihre Erinnerungsarbeit, solidarischen Kämpfe und Forderungen sowie über die dahinterstehenden Taten und Hintergründen kann zumeist auf den Websites oder anhand der Social-Media-Arbeit der Initiativen detailliert nachvollzogen werden (Auflistung in chronologischer Reihenfolge):

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Halle, 9. Oktober – das Jahr danach

Ein Radiofeature von Duška Roth (MDR 2020)

Der 9. Oktober 2019 brachte Halle an der Saale weltweit in die Schlagzeilen. Der rechtsextreme Anschlag hinterließ bleibenden Spuren bei den Betroffenen der Tat. Wie der Anschlag die Monate danach und vor allem die Menschen prägte, versucht das Radiofeature von Duška Roth zu ergründen. Die Koalition gegen Antisemitismus in Halle präsentiert diesen Beitrag des MDR aus dem Jahr 2020 in Anwesenheit der Autorin Duška Roth und moderiert durch Niklas Ottersbach.

Die Veranstaltung findet am Montag, den 11. Oktober 2021, um 19 Uhr im Literaturhaus Halle (Bernburger Straße 8, 06108 Halle) statt. Der Eintritt zur Veranstaltung beträgt 8 €, ermäßigt 5 €.

Weitere Informationen auf der Seite des Literaturhauses.

Eine Veranstaltung der Koalition gegen Antisemitismus in Halle und des Literaturhauses Halle im Rahmen der Reihe „Aufhorchen! Gegenwarten – Unvergangene Geschichten“.

 

Veranstaltungen im Rahmen des Erinnerns an den rechtsterroristischen Anschlag vom 9. Oktober 2019

Wir rufen am zweiten Jahrestag des Anschlags vom 9. Oktober 2019 zum Gedenken an die Getöteten und zur Solidarität mit den Überlebenden und Angehörigen auf. Eine Übersicht über unsere Veranstaltungen und weitere uns bekannte Gedenkveranstaltungen und Aktionen in Halle am und um den 9. Oktober 2021 sind auf unserem Blog zu finden

“The Violence We Have Witnessed Carries a Weight on Our Hearts”

Ausstellungseröffnung am 7. Oktober – Ausstellung vom 8. bis 21. Oktober

Im Rahmen des Gedenkens an den zweiten Jahrestag des rechtsterroristischen Anschlags am 9. Oktober 2019 ist es uns in enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin Talya Feldman, der Mobilen Opferberatung bei Miteinander e.V., Initiativen Betroffener und solidarischer Unterstützer_innen gelungen, die Ausstellung “The Violence We Have Witnessed Carries a Weight on Our Hearts” vom 7. bis 21. Oktober 2021 nach Halle (Saale) zu holen. Für den Nachmittag des 7. Oktober 2021 laden wird Sie und Euch ganz herzlich zur Ausstellungseröffnung mit Podiumsdiskussion ins Künstlerhaus 188 e.V., Böllberger Weg 188, 06110 Halle (Saale) ein.

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Das Gegenteil von solidarisch: Verschwörungsideologien

Online-Vortrag zu Hintergründen & Handlungsempfehlungen zu Verschwörungsideologien

Verschwörungsmythen haben Konjunktur und geben sich gerne gesellschaftskritisch. Sie wollen „alles hinterfragen“, zeigen, „was wirklich gespielt wird“ und benennen wer vermeintlich „alle Fäden in der Hand hält“. Doch sie analysieren keine Interessenkonflikte, sondern bedienen menschenverachtende Feindbilder. Sie bieten keine Lösung für gesellschaftliche Probleme, sondern verschleiern sie. Und sie fördern keine Solidarität, sondern den Ausschluss und Hass gegen alle, die nicht zu den „Aufgewachten“ gehören. Deshalb sind Verschwörungserzählungen unvereinbar mit einer gesellschaftskritischen Haltung, die sich für eine solidarische und gerechte Gesellschaft einsetzt. Die Konfrontation mit diesen Ideologien und den Menschen, die sie vertreten, gestaltet sich aber oft schwerer als gedacht. Insbesondere wenn einem Verschwörungserzählungen im nahen Umfeld, wie Familie, Verein oder Arbeitsplatz begegnen. Deshalb ist es umso wichtiger das Phänomen richtig zu verstehen, die eigene Haltung zu stärken und Handlungsmöglichkeiten zu finden.

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Koalition gegen Antisemitismus in Halle (Saale) aktiv

Pressemitteilung – 26.05.2021 – 

Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage startet mit weiteren Partnerinnen und Partnern ein neues Projekt gegen Antisemitismus in Halle (Saale). Nach dem Anschlag am 9. Oktober 2019 hatten das Bündnis, die Regionalgruppe von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, Miteinander e.V. und der Studierendenrat der Universität Halle dafür erfolgreich einen Antrag bei der Stiftung “Erinnerung, Verantwortung und Zukunft” (EVZ) eingereicht. 

Das Projekt mit dem Namen “Koalition gegen Antisemitismus in Halle” soll auf lokaler Ebene dazu beitragen, Antisemitismus zu erkennen und gemeinsam gegen diesen handlungsfähig zu werden. Die Mitglieder der Koalition verpflichten sich dazu, in ihrer eigenen Organisation eine interne Bildungsveranstaltung durchzuführen und sich an mindestens einer gemeinsamen Aktion in der Stadt zu beteiligen. Für diese Aktionen hat die Koalition drei Schwerpunkte: Das Festjahr 2021 jüdisches Leben in Deutschland, den Jahrestag des Anschlags vom 9. Oktober 2019 und Aktionen im öffentlichen Raum gegen Antisemitismus (wie Plakatkampagnen, Infostände, kreative Formate). 

“Wir haben gesehen, dass sich nach dem Anschlag 2019 viele in Halle gegen Antisemitismus engagieren wollten, uns aber auch oft gesagt haben, dass sie gar nicht genug über Antisemitismus wissen”, so Valentin Hacken, Sprecher von Halle gegen Rechts. Daher verfolgt das Projekt den Ansatz, dass alle Mitglieder der Koalition zunächst interne Bildungsveranstaltungen organisieren, um sich danach gemeinsam zu engagieren. Dabei werden sie durch eine hauptamtliche Projektkoordination beraten und unterstützt. “Die Koalition ist ein Arbeitszusammenhang, um gemeinsam mehr über Antisemitismus zu wissen und dadurch wirksamer gegen Antisemitismus handeln zu können”, so die Projektkoordinatorin Katharina Hindelang. Zu den ersten Mitgliedern, die sich die Auseinandersetzung mit Antisemitismus für das Jahr 2021 vorgenommen haben, gehören unter anderen das Fanprojekt für (H)alle, die Franckeschen Stiftungen, Rock Your Life Halle e.V. und das Redore Gym. Organisationen die sich der Koalition anschließen wollen, können sich bei der Projektkoordination melden. 

Fachlich begleitet wird das Projekt u.a. durch die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) Sachsen-Anhalt. Gefördert und ermöglicht wird das Projekt durch die Stiftung “Erinnerung, Verantwortung und Zukunft” (EVZ) mit mehr als 20.000 Euro. Begonnen hat es mit den ersten Vorbereitungen und Treffen im Januar, die Förderung läuft bis Ende des Jahres. Halle gegen Rechts hofft auf eine Verlängerung der Förderung. Derzeit beginnen die ersten internen Bildungsveranstaltungen der Mitglieder der Koalition.

Am Donnerstag, 3. Juli um 18 Uhr findet die erste öffentliche Veranstaltung der Koalition statt mit einem Onlinevortrag mit Lisa Geffken und Ferdinand Backöfer (Fachstelle für Politische Bildung und Entschwörung, Amadeu Antonio Stiftung) über Verschwörungsideologie und Antisemitismus. Es wird dabei auch um Antisemitismus bei den seit Monaten wöchentlich auf dem Markt in Halle stattfindenden Versammlungen gegen die Corona-Eindämmungsmaßnahmen gehen.